{"id":16,"date":"2010-11-01T20:09:00","date_gmt":"2010-11-01T19:09:00","guid":{"rendered":""},"modified":"2017-02-16T20:37:37","modified_gmt":"2017-02-16T19:37:37","slug":"wikipedia-von-innen-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tiefederjahre.at\/?p=16","title":{"rendered":"Wikipedia von innen &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Vielleicht war ich vorhin zu optimistisch. Wenn man sich ein wenig l\u00e4nger in der Wikipedia umschaut, beginnt man sich zu \u00e4rgern. Warum? Weil sich da ein gewisses Muster abzeichnet. Es besteht darin, dass oberfl\u00e4chliche, falsche, teils sogar verleumderische Zuweisungen zur Wahrheit erkl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Beispiel 1: Der Artikel \u00fcber Ch\u00f6gyam Trungpa. Ich habe nichts dagegen, dass da was \u00fcber Alkohol, Sex mit Sch\u00fclerinnen und das Geheimhalten der HIV-Infektion des Regenten \u00d6sel Tendzin steht, denn das stimmt ja alles. Aber wenn man dann Diskussionsbeitr\u00e4ge dazu liest, in denen verleumderische Zeitungsberichte \u00fcber unfundierte Vergewaltigungsvorw\u00fcrfe als Quelle zitiert, ja sogar (gl\u00fccklicherweise derzeit vergeblich) in den Artikel hineinreklamiert werden, dann kommt einem doch das, naihrwisstschonwas, &#8230;<\/p>\n<p>Beispiel 2: Der Artikel \u00fcber Thomas Mann. Ellenlang und voll des Lobes (das auch nicht referenziert ist, in vielen Punkten). Jetzt m\u00fcsste man sich hinsetzen und zumindest einen Punkt einf\u00fcgen, in dem davon gesprochen wird, dass Thomas Mann nicht nur vom US-Kongress als einen der wichtigsten Stalin-Apologeten bezeichnet wurde, sondern dass er das auch wirklich <b>war<\/b>. Friedrich Torberg hat das ausf\u00fchrlich dokumentiert. Und er hat darauf hingewiesen, dass die Perfidie gerade darin bestand, dass es viel wirkungsvoller ist, wenn einer sagt: &#8222;Ich bin kein Kommunist, sage aber dennoch&#8230;&#8220;, als wenn einer sagt: &#8222;Ich bin Kommunist und sage deshalb&#8230;&#8220;. Genau das hat Th. Mann getan. Sein Verh\u00e4ltnis zur Politik war \u00fcberhaupt katastrophal: Zun\u00e4chst einmal war er gegen die Demokratie. Dann hat er versucht, sich mit den Nazis zu arrangieren, noch nachdem die B\u00fccher seines Bruders Heinrich und seines Sohnes Klaus schon verbrannt waren (die B\u00fccher Thomas Manns waren wohlweislich geschont worden, weil die Nazis ihrerseits hofften, ihn auf ihre Seite ziehen zu k\u00f6nnen). Erst sehr sp\u00e4t, als ihm klar wurde, dass ein solches Arrangement nicht m\u00f6glich ist, bezog er erstmals \u00f6ffentlich gegen Hitler Stellung.<br \/>Und kaum war er in den USA, begann er, mit dem anderen Totalitarismus, dem Kommunismus, zu sympathisieren, wie auch andere, die zwar im sicheren Amerika sa\u00dfen, aber gleichzeitig Stalin die Stange hielten: Bert Brecht, Jakob Wassermann, Berthold Viertel und viele mehr. Es ist kein Wunder, dass es ihm irgendwann in der McCarthy-Zeit in den USA zu ungem\u00fctlich wurde. Das wird sogar in der Wikipedia so dargestellt (wenngleich dort nat\u00fcrlich alle Schuld bei den Amis liegt).<br \/>Also ging er nach Europa, lie\u00df sich in der Schweiz nieder, besuchte Ostdeutschland und sonderte Zitate ab wie: &#8222;Die Ablehnung des Kommunismus ist die gr\u00f6\u00dfte Torheit unserer Zeit.&#8220; Bravo, kann man da nur sagen, und es ist zum Ihrwisstschonwas&#8230;<\/p>\n<p>Alles in allem kriegt man das Gef\u00fchl, dass auch in der Wikipedia einige wie Spinnen im Netz sitzen, sich einen gewissen Status erobert haben, den sie verteidigen und dazu ben\u00fctzen, gewisse Dinge durchzuboxen oder zu verhindern. Kein Wunder, ist halt wie \u00fcberall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht war ich vorhin zu optimistisch. Wenn man sich ein wenig l\u00e4nger in der Wikipedia umschaut, beginnt man sich zu \u00e4rgern. Warum? Weil sich da ein gewisses Muster abzeichnet. 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